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13.12.13

Initiative Rind.da: Frauen in die Rindermedizin

Zukunftsmodelle für Frauen in der Nutztierpraxis

Workshop auf dem Tierärztetag in Leipzig
Freitag, 17.1.2014
von 8.30 - 11.30 Uhr 

Rindermedizin ist weiblich – warum nicht?
Warum werden Rinderpraxen in der Regel von Männern geführt? Das Bild an den Hochschulen ist doch ein ganz anderes: Die Hörsäle sind voll von Tiermedizinstudentinnen. In den Kuhställen sind Tierärztinnen später dagegen selten anzutreffen.

Dabei bietet die Nutztiermedizin gerade Frauen ein vielseitiges und abwechslungsreiches Arbeitsfeld. Denn Nutztierpraxis ist heute viel mehr als es das typische Bild des Großtierpraktikers aus alten Zeiten vermittelt: Statt körperlich anstrengender Arbeit stehen in modernen Betrieben vor allem beratende und analytische Tätigkeiten im Vordergrund. Gerade hier können Tierärztinnen neue Betätigungsfelder finden, die planbar sind – und sich so sehr gut mit einer Familie vereinbaren lassen.

Genau hier setzt die von Univ.-Prof. Kerstin Müller von der Klinik für Klauentiere, FU Berlin und Dr. Marion Tischer, rinderpraxis.com gegründete Initiative Rin.da– Frauen in die Rindermedizin an:

In dem kostenlosen Workshop Rindermedizin ist weiblich stellen sie vor, wie sich das Leben in der Nutztierpraxis mit der Familie zufriedenstellend vereinen lässt: Einen spannenden, vielseitigen und angemessen bezahlten Job in der Nutztiermedizin und dabei Kinder haben – wie geht das?

In dem Workshop machen Tierärztinnen (Praxis, Amt, Uni, Industrie) anderen Frauen Mut, ihre Arbeit im Bereich der Nutztierpraxis und Familie unter einen Hut bekommen zu können. Sie zeigen, wie sie ihr eigenes Familienleben gut organisieren und gleichzeitig den Erwartungen von Praxisinhabern und Tierhaltern gerecht werden.

Es gibt kein Einheitskonzept und deshalb werden Stärken und Schwächen bisheriger Modelle diskutiert, aber auch neue Ansätze und Zukunftsperspektiven für Frauen in der Nutztiermedizin entwickelt.

Tierärztinnen und Tierärzte, für die Rinderpraxis und Familie bereits zusammengehören, sind herzlich eingeladen mitzudiskutieren und über ihre Erfahrungen zu berichten


Referentinnen:

Prof. Dr. Kerstin Müller, Berlin
Geschäftsführende Direktorin Klinik für Klauentiere, FU Berlin

Dr. med. vet. Marion Tischer, Berlin
Weiterbildung von RindertierärztINNEN, selbständig, verheiratet, zwei Kinder

Dr. Christiane Zaspel, Rheinland Pfalz
Praxisassitentin, Fachjournalistin, verheiratet, 2 Kinder

Dr. Hubert Buer, Rhein-Sieg Kreis
Praxisinhaber LandVET

Dr. med. vet. Christina Lauer, Marburg
Berät und schult und Tierärzte rund um das Thema
Praxismarketing mit Social Media, selbstständig, verheiratet, eine Tochter


Dr. med. vet. Ulrike Exner, Ingelheim
Industrietierärztin, Medizinisches Marketing und Tierärztliche Beratung Rind, verheiratet, 1 Sohn

Dr. med. vet. Pirkko Bergmann, Leverkusen
Industrietierärztin, Produktmanagement und Marketing Nutztier, allein erziehend, 1 Tochter

TÄ und Betriebswirtin Anja Kranefeld, Hamburg
Selbständig in der ökonomischen Beratung von Tierarztpraxen

Anmeldungen für den kostenfreien Workshop „Zukunftsmodelle für Frauen in der Nutztierpraxis“ unter:

KONTAKT
Dr. med. vet. Marion Tischer
Tel.: ++49 (0)30 - 8010 88 99
E-Mail: tischer@rinderpraxis.com

ANMELDUNGEN direkt beim Tieräztekongress (Sehr günstige Studentinnen Tickets)


13.11.13

Berlin: Großer Erfolg der Initiative Rin.da



Gespanntes Zuhören in Berlin
Für viele Tierärztinnen seit Jahren ein Thema, aber noch nie so kompakt thematisiert: Der Workshop „Rindermedizin wird weiblich- Zukunftsmodelle für Frauen in der Nutztierpraxis“ auf dem diesjährigen DVG Vet-Congress in Berlin






Prof. K. Müller (alle Fotos: C. Lauer)
Ausgerichtet wurde das Seminar von der Initiative „Rin.da!- Frauen in die Rindermedizin“, die vor kurzem von Univ.-Prof. Kerstin Müller (Klinik für Klauentiere, FU Berlin) und Dr. Marion Tischer
(vet-consult, Berlin) gegründet worden ist. Die Veranstaltung stieß auf reges Interesse: Die Teilnehmerzahl überstieg alle Erwartungen.

 

Interessante Biographien


Dr. M. Tischer
Der Workshop war nicht nur vom Inhalt, sondern auch vom Aufbau her ein echtes Novum gegenüber den sonst auf Tierärztetagungen üblichen Veranstaltungen.
Die Veranstalterinnen, die auch mit eigenen Beiträgen zum Erfolg des Abends beitrugen, hatten noch fünf weitere Kolleginnen als Vortragende gewinnen können.
Das Besondere an allen Beiträgen war: Es darum, den anwesenden Kolleginnen (und Kollegen) durch die Beschreibung des eigenen beruflichen Werdegangs Wege und Zugänge zur kurativen Rinderpraxis, aber auch zu anderen „Rinder- bezogenen“ Tätigkeiten, aufzuzeigen. Das Problemfeld „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ ist hierbei der zentrale Dreh- und Angelpunkt, dies wurde nicht nur in den Vorträgen, sondern auch in den Diskussionsbeiträgen der TeilnehmerInnen sehr deutlich.


Große Vielfalt

Dr. D. Hobel-Meiners
Die Berufsfelder der Referentinnen waren breit gestreut, so dass auch die zahlreichen Studentinnen unter den Zuhörern einen guten Eindruck davon bekamen, welche Möglichkeiten sich für buiatrisch interessierte Kolleginnen auch außerhalb der kurativen Praxis bieten.
Neben Frau Dr. Hobel- Meiners, die in Brandenburg eine eigene Praxis betreibt, sprach Frau Dr. Schell, die als Amtstierärztin tätig ist, über ihren Werdegang.
Dr. M. Schell
Frau Dr. Bergmann und Frau Dr. Exner, die bei den Firmen Bayer und Boehringer Ingelheim jeweils für die Produktsparte Rind verantwortlich sind, zeigten, wie sich nach dem Einstieg in die Praxis eine Laufbahn in der Industrie entwickeln kann. Frau Univ.- Prof. Müller gab einen Einblick in ihre akademische Karriere, und Frau Dr. Tischer erzählte, wie sie dazu kam, ihre selbständige Tätigkeit ganz in den Dienst von Fortbildung und Wissensvermittlung in Sachen Rindermedizin zu stellen.


Fakten als Diskussionsgrundlage

Dr. C. Lauer
Mit harten Fakten wartete Frau Dr. Lauer auf, die sich  nach Studium und Promotion als Praxismarketing- Beraterin für Tierärzte selbständig gemacht hat. Sie hatte für die Veranstaltung Statistiken aufgearbeitet, die sowohl Auskunft über die Einkommenssituation der deutschen Tierärzteschaft, als auch über die Geschlechterverteilung in den einzelnen Sparten des Berufsstandes gaben.
Hierbei wurde deutlich, dass unter den Studierenden zwar die Frauen mit 90% die ganz überwiegende Mehrheit ausmachen, im späteren Berufsleben jedoch der Frauenanteil in den einzelnen Berufszweigen häufig deutlich niedriger ist. Besonders auffallen tut dies im Hinblick auf den Frauenanteil unter den Praxisinhabern und unter den Nutztierpraktikern.
In der Gruppe der nicht tierärztlich tätigen Kollegen steigt der Frauenanteil stetig an.
Dr. P. Bergmann
Die  Einkommenssituation der deutschen Tierärzte ist alles andere als rosig: Nach einer Studie aus dem Jahr 2007 [Anne Becher: Können Assistenten angemessen bezahlt werden?] hatten über 70% der Praxisinhaber keinen ausreichenden Umsatz, um sich selbst einen angemessenen Unternehmerlohn auszahlen zu können. Kein Wunder also, dass es da um die Assistentenentlohnung auch schlecht bestellt ist und häufig nicht das vom BPT empfohlene Gehalt gezahlt wird bzw. werden kann.


Neue Konzepte müssen entwickelt werden

Dr. U. Exner
Finanzielle Aspekte werden für Tierärztinnen besonders dann ein zentrales Thema, wenn sie Kinder bekommen und deren Betreuung während ihrer Arbeit organisieren müssen. Sobald keine Familienangehörigen einspringen können, brauchen sowohl Praxisinhaberinnen als auch Assistentinnen genügend Geld, um eine qualifizierte Kinderbetreuung bezahlen zu können. Wer eine eigene Praxis hat, kann sich Zeit mit der Familie nur durch die Bezahlung von Angestellten „erkaufen“, für angestellte Tierärztinnen sind auch Teilzeitbeschäftigungen eine Möglichkeit. Alle Beteiligten waren sich einig, dass hier in erster Linie die Praxisinhaber gefragt sind, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen, es ist wünschenswert, dass sie hierbei durch die berufsständischen Organisationen unterstützt werden. Es müssen aber auch dringend tragfähige Konzepte, die für Tierärztinnen mit eigener (Nutztier-)Praxis die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, entwickelt werden.
Eine Chance bietet sich hier mit dem Strukturwandel in Landwirtschaft und Nutztierpraxis: Die integrierte Bestandsbetreuung macht den Praxisalltag deutlich planbarer und bietet damit auch neue Chancen für Rindertierärztinnen mit Familie.

Kein reines Frauenthema

Zwei wichtige Anmerkungen kamen zum Schluss noch aus dem Kreis der Teilnehmer:
  1. Die Initiative sollte auf das gesamte Spektrum der Nutztierpraxis ausgeweitet werden
  2. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht nur ein Problem für Frauen, sondern wird immer mehr auch gerade für junge männliche Kollegen zu einem wichtigen Thema. Daher sollte es zu einem Anliegen für die gesamte Tierärzteschaft werden.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Veranstaltung nicht nur ein voller Erfolg war, sondern auch das Zeug dazu hat, grundlegende Veränderungen in den Arbeitsstrukturen der Tierärzteschaft anzustoßen.Eine weiteres Seminar zum gleichen Thema wird auf dem Leipziger Tierärztekongress stattfinden. Man darf gespannt sein, wie sich „Rin.da“ weiterentwickelt.

Autorin: Teilnehmerin Esther von Lom

5.6.13

Rindermedizin ist weiblich

Workshop bei der Tagung der Dt. Buatrischen Gesellschaft in Berlin (DVG Kongress)
Zukunftsmodelle für Frauen in der Nutztierpraxis
Prof. Dr. K. Müller, Klinik für Klauentiere, FU-Berlin
Dr. Marion Tischer, vet-consult, Berlin
In der Uni sind sie klar in der Mehrzahl:
die Tiermedizinstudentinnen. Im späteren Berufsleben kehrt sich das Bild dann. Wenn wir uns dann noch der Nutztiermedizin zuwenden, dann sind Frauen hier deutlich weniger vertreten. Die Ursachen sind vielfältig:Sie reichen von der schlechten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vergleichsweise geringer Bezahlung bis hin zur Überforderung durch Dauereinsatz. In diesem Workshop berichten Tierärztinnen wie sie ihre Arbeit (Praxis, Amt, Uni, Industrie) im Bereich der Nutztiermedizin gestalten, wie ihre Familien organisiert sind, was ihnen fehlt und was Sie sich wünschen. Was erwarten im Gegensatz dazu Praxisinhaber und Tierhalter? Im Workshop wollen wir gemeinsam die Stärken und Schwächen  jeweiligen Konzepte diskutieren und tragfähige Zukunftsperspektiven für Frauen in der Nutztiermedizin erarbeiten. Tierärztinnen und Tierärzte sind herzlich eingeladen.