12.1.12

Mastitisdiagnostik: Kulturelle Erregernachweis vs. PCR

Wer neben einer Kuh steht mit akuter Mastitis, möchte möglichst sofort wissen, welcher Erreger hier bekämpft werden soll. Bei dem o. g. Tests ist aber keine von beiden so schnell, dass man direkt an der Kuh entscheiden kann. Eine Soforttherapie ist aber aus Tierschutzgründen nötig, also wird man zunächst mit einem Breitbandantibiotikum behandeln und idealerweise vorher Viertelgemelksproben für die bakteriologische Untersuchung ziehen. Der kulturelle Erregernachweis im Labor dauert mindestens 12 Std., die PCR 4 Std. . Da in beiden Fällen der Transport zum Labor (mind. 1 Tag Postweg) dazu kommt, ist letzteres der entscheidende Faktor, wenn es um die Schnelligkeit geht.Weiterhin gilt zu bedenken, dass der Preis für die PCR derzeit 4 mal so hoch liegt wie der für den kulturellen Nachweis. In der Konsequenz wird bei der PCR nur eine Sammelmilchprobe oder nur ein Viertel der Kuh beprobt, damit diese Form der Diagnostik bezahlbar bleibt. So beschreibt das Dr. Thomas Peters vom MBFG beim 1. Hannoverschen Milchtag. Die PCR findet DNS von lebenden und toten Erregern und unterscheidet diese nicht, d.h. dass kontaminierte Proben nach einer umweltassoziierten Mastitis aussehen und keine Aussage über einen evt. Behandlungserfolg getroffen werden können. Eine Resistenztest ist mit der PCR nicht möglich. Eine sinnvolle Anwendung der PCR sieht Herr Dr. Peters im Herdenmoitoring, wenn es darum geht zu entscheiden, ob die Herde mit kuhassoziierten Erregern zutun hat (Mykoplasmen, S. aureus, Strep. agalactiae).

Kommentare:

  1. Der Milchprüfring Baden-Würtemberg bietet den Milcherzeugern ein Jahr kostenfrei die Untersuchung der Tankmilch auf Mycoplasma bovis, Staph. aureus und Str. agalactiae mittels PCR an.
    (von Joerg Buermeyer)

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  2. Bei der Ergebnisinterpretation ist folgendes zu beachten:
    Der DNA Nachweis ist ca. 4 bis 10-fach empfindlicher als der klassische mikrobiologische Nachweis. Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein positives Tier in der Tankmilch von ca. 40 Tieren sicher gefunden werden kann. Ein negativer Befund ist daher immer im Zusammenhang mit der Herdengröße zu sehen.

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